Die kurze Antwort: Auf eine Handwerker-Website gehören Einzugsgebiet, Leistungen als eigene Seiten, echte Fotos, Erreichbarkeit mit Zeiten, ein Formular mit sofortiger Bestätigung, Preisrahmen oder Preislogik, Bewertungen, Impressum und Datenschutz sowie ein einziger klarer nächster Schritt. Alles andere ist Beiwerk.
Wer nach einem Handwerker sucht, sitzt selten entspannt am Schreibtisch. Er steht vor einem Problem, hat das Handy in der Hand und prüft in wenigen Sekunden drei Dinge: Macht der das, was ich brauche? Kommt der zu mir? Wie erreiche ich den? Eine Website, die diese drei Fragen nicht auf den ersten Blick beantwortet, verliert gegen die nächste in der Liste, egal wie gut sie aussieht.
Die neun Dinge, die drauf gehören
1. Dein Einzugsgebiet, ausgeschrieben
Nicht Umkreis 50 Kilometer, sondern die Orte beim Namen. Wer in Wolfratshausen sucht, will das Wort Wolfratshausen sehen. Das hilft doppelt: Der Besucher ist beruhigt, und Google versteht, für welche Orte deine Seite in Frage kommt. Nenne fünf bis fünfzehn Orte, in denen du tatsächlich arbeitest.
2. Jede Leistung auf einer eigenen Seite
Eine Seite mit der Überschrift Leistungen und zwölf Stichpunkten rankt für nichts. Google bewertet einzelne Seiten. Wer Bad, Heizung und Wartung anbietet, braucht drei Seiten, jede mit eigenem Text, eigenen Bildern und eigener Überschrift. Das ist mehr Arbeit und der größte Einzelhebel für Sichtbarkeit.
3. Echte Fotos von echten Arbeiten
Ein Stockfoto von einem lächelnden Mann mit Schutzhelm sagt: Wir hatten keine eigenen Bilder. Ein leicht schiefes Handyfoto von deiner letzten Baustelle sagt: Das machen wir wirklich. Zehn ordentliche Handyfotos schlagen jede Bilddatenbank. Fotografiere bei Tageslicht, quer, und zeige fertige Arbeiten statt Werkzeugkisten.
4. Erreichbarkeit mit Zeiten
Telefonnummer als anklickbarer Link, dazu wann du rangehst und wann nicht. Ein Satz wie an Werktagen zwischen 7 und 17 Uhr, sonst per Formular nimmt dem Anrufer die Unsicherheit und dir die Anrufe um 21 Uhr. Wenn du eine Weiterleitung oder einen Anrufbeantworter hast, schreib das dazu.
5. Ein Formular, das sofort bestätigt
Der häufigste stille Fehler: Jemand schickt eine Anfrage ab, sieht ein dürres Danke und hört drei Tage nichts. In dieser Zeit fragt er zwei andere Betriebe. Eine automatische Eingangsbestätigung mit einem Satz dazu, wann du dich meldest, kostet fast nichts und hält die Anfrage warm.
6. Ein Preisrahmen oder wenigstens die Preislogik
Viele Betriebe scheuen das. Verständlich, weil kein Auftrag wie der andere ist. Trotzdem: Wer gar nichts zum Preis sagt, wird von Leuten angerufen, die eine ganz andere Vorstellung haben, und verliert Zeit in Gesprächen, die nie zu einem Auftrag führen. Es reicht, die Logik zu erklären, etwa Anfahrt pauschal, danach Stundensatz, Material nach Beleg. Das filtert besser als jede Preisliste.
7. Bewertungen, sichtbar auf der Seite
Nicht als Bildschirmfoto, sondern als Text mit Vorname, Ort und Datum, dazu ein Link auf dein Google-Profil. Drei echte Bewertungen wirken stärker als zwanzig Zeilen darüber, wie wichtig dir Qualität ist. Wenn du noch keine hast, ist das der erste Punkt auf deiner Liste, nicht die Website.
8. Impressum und Datenschutzerklärung, vollständig
Pflicht, und die häufigste Abmahnfalle bei kleinen Betrieben. Beides muss von jeder Seite aus in einem Klick erreichbar sein. Die Datenschutzerklärung muss zu dem passen, was tatsächlich auf der Seite läuft, also Formular, Karten, Schriften, Statistik. Einmal fachlich prüfen lassen ist günstiger als eine Abmahnung.
9. Genau ein nächster Schritt pro Seite
Anrufen oder Formular. Nicht anrufen, Formular, WhatsApp, Rückrufbitte, Newsletter und Terminbuchung nebeneinander. Je mehr Möglichkeiten, desto weniger Entscheidungen. Such dir den Weg aus, der dir am liebsten ist, und mach ihn groß.
Vier Dinge, die du dir sparen kannst
- Der Begrüßungstext über Tradition und Leidenschaft. Den liest niemand, und er steht genau dort, wo die wichtigste Information stehen sollte.
- Der Bildwechsler ganz oben. Er verschiebt die eigentliche Aussage nach unten, macht die Seite langsam und wird auf dem Handy oft gar nicht bedient.
- Die Seite Aktuelles, auf der zuletzt 2021 etwas stand. Eine leere Neuigkeiten-Seite schadet mehr als keine.
- Das eingebettete Kontaktformular mit zwölf Pflichtfeldern. Name, Erreichbarkeit und Anliegen genügen. Alles Weitere fragst du im Rückruf.
Der Test, der zwei Minuten dauert
Gib jemandem, der deinen Betrieb nicht kennt, dein Handy mit deiner Website auf dem Bildschirm. Stell drei Fragen und stoppe die Zeit:
- Was macht dieser Betrieb? Antwort sollte in unter fünf Sekunden kommen.
- Kommt der zu mir nach [dein Nachbarort]? Antwort sollte ohne Scrollen bis ganz unten möglich sein.
- Wie würdest du den jetzt erreichen? Die Person sollte ohne Nachdenken auf etwas tippen.
Wenn eine dieser drei Antworten hängt, liegt es fast nie am Design. Es liegt daran, dass die Information nicht dort steht, wo jemand sie sucht.
Was zuerst, wenn das Budget knapp ist
Nicht jeder Betrieb braucht sofort eine neue Website. Wenn du dich entscheiden musst, ist das meine Reihenfolge nach Wirkung pro Euro:
- Google-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen. Kostet nichts außer einer Stunde und bringt bei lokaler Suche oft mehr als die Website.
- Bewertungen sammeln. Systematisch nach jedem Auftrag fragen, nicht sporadisch.
- Die bestehende Seite mobil und ehrlich machen. Einzugsgebiet, Erreichbarkeit, echte Fotos. Oft ein Umbau statt Neubau.
- Erst dann neu bauen, und dann richtig, mit einer Seite pro Leistung.
Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Impressum und Datenschutzerklärung solltest du einmal fachlich prüfen lassen, besonders wenn Karten, Schriften oder Statistikdienste eingebunden sind.