Die kurze Antwort: Eine ordentliche Website für einen kleinen Betrieb kostet einmalig 1.500 bis 6.000 Euro und danach 10 bis 100 Euro im Monat. Darunter wird es meist eine Vorlage ohne eigene Texte, darüber bezahlst du Leistungen, die ein Betrieb mit fünf bis zwanzig Leuten selten braucht.
Diese Spanne hilft dir erst weiter, wenn du weißt, wovon sie abhängt. Der Preis für eine Website ist kein Listenpreis wie bei einem Werkzeug, sondern eine Summe aus fünf Posten. Wer sie kennt, kann jedes Angebot in zehn Minuten einordnen und merkt sofort, wenn jemand etwas verkauft, das er nicht braucht.
Warum die Spanne so groß ist
Eine Website ist kein Produkt, sondern eine Dienstleistung mit einem Produkt am Ende. Zwei Betriebe können beide eine Website mit fünf Seiten bestellen, und der eine zahlt 900 Euro, der andere 7.000. Der Unterschied liegt fast nie in der Technik, sondern darin, wie viel Arbeit jemand anderes für dich übernimmt.
Die billige Variante heißt: Du bekommst eine Vorlage, füllst Texte und Bilder selbst ein und kümmerst dich um alles Weitere. Die teure Variante heißt: Jemand führt ein Gespräch mit dir, schreibt daraus Texte, sortiert deine Leistungen, macht oder steuert Fotos, baut, testet, verknüpft das Ganze mit Google und zeigt dir danach, wie du es bedienst. Beides ist legitim. Nur sollte im Angebot stehen, welche Variante du kaufst.
Die fünf Posten, die den Preis machen
1. Wie viele Seiten und wie viel Text
Eine Seite pro Leistung ist die Faustregel, denn Google bewertet einzelne Seiten, nicht Betriebe. Ein Betrieb mit vier Leistungen braucht also mindestens sieben Seiten: Start, vier Leistungen, über uns, Kontakt, dazu Impressum und Datenschutz. Jede zusätzliche Seite kostet Arbeit, vor allem beim Text.
2. Wer die Texte schreibt
Das ist der größte und der am häufigsten unterschätzte Posten. Wenn du die Texte selbst lieferst, wird es günstiger, dauert aber meist Monate länger, weil niemand gern über den eigenen Betrieb schreibt. Ich rechne für Texte aus einem Gespräch etwa ein Drittel des Gesamtpreises, und das ist der Teil, der am Ende darüber entscheidet, ob jemand anruft.
3. Woher die Bilder kommen
Stockfotos sind billig und sehen aus wie Stockfotos. Ein Fotograf für einen halben Tag kostet je nach Region 400 bis 900 Euro. Die dritte Möglichkeit ist die, die ich am häufigsten empfehle: Du machst fünf bis zehn Fotos mit dem Handy nach einer genauen Anleitung. Das kostet nichts und wirkt fast immer besser als ein Bild von einer Lächelnden mit Klemmbrett.
4. Was nach dem Formular passiert
Hier trennt sich eine Visitenkarte von einem Werkzeug. Ein Kontaktformular, das eine E-Mail in dein Postfach legt, ist in jedem Preis enthalten. Ein Formular, das dem Kunden sofort eine Bestätigung schickt, die Anfrage einordnet und dir eine Aufgabe auf die Liste legt, ist eine eigene Leistung und kostet extra. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie viele Anfragen du bekommst und wie schnell du heute antwortest.
5. Ob jemand die Seite danach betreut
Eine Website ist nach dem Livegang nicht fertig. Adressen ändern sich, Leistungen kommen dazu, Technik altert. Entweder du machst das selbst, dann brauchst du ein System, das du ohne Technikwissen bedienen kannst, oder jemand macht es für dich, dann kostet es monatlich.
Was die drei üblichen Wege kosten
Die folgenden Zahlen sind Richtwerte aus Angeboten, die mir Betriebe gezeigt haben, und aus meiner eigenen Kalkulation. Sie ersetzen kein Angebot, aber sie zeigen dir, in welchem Rahmen du dich bewegst.
- Baukasten, selbst gebaut: 0 bis 30 Euro im Monat, dazu deine Zeit. Realistisch 20 bis 60 Stunden für die erste Fassung. Geeignet, wenn du Zeit hast, gern schreibst und die Seite vor allem als Nachweis brauchst.
- Freelancer oder Ein-Personen-Agentur: 1.500 bis 6.000 Euro einmalig. Du sprichst mit der Person, die baut. Geeignet für fast alle Betriebe mit zwei bis zwanzig Leuten. Risiko: Wenn die Person ausfällt, steht die Seite ohne Betreuung da, deshalb gehören dir Domain und Zugänge.
- Agentur mit Team: 6.000 bis 20.000 Euro und mehr. Du bekommst Projektleitung, mehrere Gewerke und Prozesse. Sinnvoll ab etwa zwanzig Mitarbeitenden, mehreren Standorten oder wenn die Website ein Vertriebskanal mit Budget ist.
Auffällig ist die Lücke zwischen null und 1.500 Euro. Angebote in diesem Bereich sind fast immer Vorlagen, bei denen du die Inhalte lieferst. Das kann passen. Es passt nur nicht, wenn du glaubst, jemand nimmt dir die Arbeit ab.
Laufende Kosten, die in kaum einem Angebot stehen
Der Einmalpreis ist nur die Hälfte der Rechnung. Diese Posten kommen jedes Jahr dazu, egal wer die Seite gebaut hat:
- Domain: 10 bis 20 Euro im Jahr. Muss auf deinen Namen laufen, nicht auf den der Agentur.
- Hosting oder Baukasten-Gebühr: 5 bis 40 Euro im Monat, je nach System.
- SSL-Zertifikat: heute meist im Hosting enthalten. Wenn es extra berechnet wird, frag nach.
- Betreuung und kleine Änderungen: 0 Euro, wenn du es selbst machst, sonst etwa 50 bis 150 Euro im Monat.
- Cookie-Banner-Dienst: 0 bis 15 Euro im Monat, abhängig davon, was auf der Seite eingebunden ist.
Rechne also mit 150 bis 1.200 Euro im Jahr an laufenden Kosten. Wer dir eine Website für 900 Euro verkauft und die laufenden Posten nicht nennt, hat nicht unbedingt gelogen, aber du wirst dich in einem Jahr ärgern.
Woran du ein unseriöses Angebot erkennst
Es gibt ein paar Muster, die sich wiederholen. Keines davon ist ein Beweis, aber jedes ist ein Grund nachzufragen:
- Die Domain läuft auf die Agentur. Damit bist du erpressbar, auch wenn niemand es so nennt.
- Es gibt keinen Festpreis, sondern nur einen Stundensatz. Bei einer überschaubaren Website ist das unnötig, der Aufwand ist abschätzbar.
- Eine Mindestlaufzeit von 24 oder 36 Monaten für eine Website. Das ist eine Finanzierung, keine Betreuung. Rechne die Monatsrate mal Laufzeit, dann siehst du den echten Preis.
- Eine Garantie auf Platz eins bei Google. Die kann niemand geben, weil niemand Google kontrolliert.
- Kein Wort darüber, wer Texte schreibt und wer Bilder liefert. Genau daran scheitern die meisten Projekte, nicht an der Technik.
Was ich verlange und warum
Damit du die Zahlen oben einordnen kannst, hier meine eigenen: Eine schlanke Website mit bis zu fünf Seiten startet bei 1.500 Euro zuzüglich Umsatzsteuer, inklusive Texte aus unserem Gespräch, Kontaktformular, Google-Grundlagen und Einweisung. Betreuung kostet ab 99 Euro im Monat und ist monatlich kündbar. Kommt der Anfragen-Ablauf dahinter dazu, gibt es dafür einen eigenen Festpreis nach einer kostenlosen Analyse.
Warum nicht billiger: Unter diesem Preis kann ich die Texte nicht selbst schreiben, und dann bekommst du eine hübsche Seite, auf der steht, dass Qualität und Zuverlässigkeit dir am Herzen liegen. Warum nicht teurer: Weil ich allein arbeite und keine Projektleitung bezahlen muss.
Die eine Frage, die du vorher beantworten solltest
Bevor du irgendein Angebot einholst, beantworte diese Frage schriftlich: Was soll passieren, nachdem jemand deine Seite gesehen hat? Anrufen, schreiben, einen Termin buchen, in den Laden kommen? Wenn du darauf eine klare Antwort hast, wird jedes Angebot vergleichbar, weil du fragen kannst, wie genau die Seite das auslöst.
Und wenn die Antwort lautet, dass eigentlich gar nichts passieren muss, weil deine Aufträge über Empfehlungen kommen, dann brauchst du vielleicht keine neue Website, sondern nur ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil. Das kostet dich nichts außer einer Stunde Zeit.
Alle Zahlen in diesem Beitrag sind Richtwerte für den deutschen Markt, Stand September 2026, und beziehen sich auf Betriebe mit zwei bis zwanzig Mitarbeitenden. Preise zuzüglich Umsatzsteuer. Dies ist keine Rechts- oder Steuerberatung.